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Bei den Kleinbauern in Regina Marecos
erstellt von Hermann Schmitz
16.01.2015
Bei den Kleinbauern in Regina Marecos
Unvergessen die nochmalige Fahrt in die Campesino-Kolonie Regina Marecos, wo der Erntebeginn für Zuckerrohr zum ersten Mal ganz neu organisiert wurde. Das Kooperativmitglied lieferte nicht nur sein Zuckerrohr ab, sondern stellte daraus in der Fabrik selber den organischen Zucker und den Sirup her, mitsamt der Familie und mit Hilfe der Fachleute, die alle Hände voll zu tun hatten. Am selben Tag konnten die Familien ihre Produkte mitnehmen, so erstaunlich fix und gut organisiert lief alles ab.

Den Auftakt hatte früh am Morgen die Landwirtschaftschule gemacht, das System sozusagen hoch gefahren, danach ging es Ladung für Ladung weiter, und jetzt, wo ich das schreibe, sind die ca. 30 Familien wohl durch. Was sich so selbstverständlich anhört, war aber in Wirklichkeit die Idee unseres Landwirtschaftstechnikers und Ausbilders Claudino, der auf diese Weise die Eigenverantwortlichkeit und Motivation der Kooperativmitglieder zu steigern gedachte. Jeder ist für sich, seine Anbaumenge verantwortlich. Darauf musste er erst mal kommen. Gegenseitige Hilfestellung? Aber natürlich! Voller Erfolg dank Claudino! (Der war jahrelang als Stipendiat von uns gefördert worden. Wir freuen uns, wie sehr das sich gelohnt hat - für ihn, für Kooperative und Schule, für uns!

Claudino kann es sich sogar leisten, Fabrik und Arbeitsabläufe eine Zeitlang sich selbst zu überlassen, um uns zur Lagune „Yvíyahú“ mit dem wunderbaren Namen „Schönes schwarzes Wasser“ und einer nicht minder reizvollen Landschaft zu fahren. Einer von ihnen ist Gregorio, der mit seinem kleinen Sohn in einem Behelfs- rancho wohnt, bis seine Frau nach kommen kann. Er siedelt auf einem Gelände, das er mit anderen siebzig Familien in langem Streit mit dem Staat und Grundbesitzer Gunter (!) erkämpfte.

Claudino ist landwirtschaftlicher Berater auch dieser Gruppe, in einem von MISEREOR finanzierten Projekt. Er betreut auch eine Witwe, die auf sich gestellt wirtschaftet und sich fast ganz aus ihrem Garten ernährt.„Ihre Zwiebeln müsst ihr mal sehen....“ Na gut! Wir arbeiten uns über einen halb zugewucherten Pfad voran und machen die Umrisse des rancho aus. Gleichzeitig hören wir neben dem ständigen Grundton der Pitehué-Vögel die Klänge eines Instrumentes und einer zarten Stimme - das erscheint uns ganz unwirklich und rätselhaft, bis Claudino, der unser Erstaunen offensichtlich genießt, wie beiläufig sagt: „Das ist Ana, die übt jeden Tag um diese Zeit unter dem großen Mangobaum.“ Die Musikantin, die Claudino erkannt hat, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und spielt uns auf unseren Wunsch bereitwillig eine Polka vor, deren Refrain sie singend begleitet. Ein wahrer Waldzauber, anrührend und doch so real wie die Zwiebeln und der Garten und die Tomaten, die wir noch gern bewundern.













Gesang und Gitarrenspiel, Zwiebeln und Tomaten, Bäurin Juana und Tochter Ana-í, Berater Claudino und Nachbarsjunge Ariel - und das erste Baby der großen Tochter Ana, die zu Besuch ist. Freund Oscar meint, dieses Baby sei, weit weg von meinem Zuhause, sozusagen stellvertretend für mein neues Enkelkind Eva aus Köln, und ich drücke die Ersatz-Eva etwas fester an mich, um sie dann aber der hübschen Mutter zurück zu geben, die mir ihr kleines Geschöpf unbesorgt anvertraut hatte.

Herzlich ! Hermann
aktualisiert am 19.07.2018
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